Herbsttörn 2017: Stromboli

40sm weiter sind wir nach einer ruhigen Fahrt in Tropea und bekommen einen wunderbaren Platz „an Oleanderbüschen“, es geht doch!

Leider ist auch hier die Versorgung mit frischen Waren sehr schwierig. Ein alter Fischer hat in der Nähe ein Ristorante und verkauft nebenbei ein paar Lebensmittel. Als ich Brot kaufen will, demonstriert er die Frische, indem er kräftig in das Brot drückt. Mit unglaublich schwarzen Fingern. Na dann, guten Appetit!

Seit unserem ersten Törn in diesem Revier locken uns die Liparischen Inseln nördlich von Sizilien, und besonders die Vulkaninsel Stromboli möchten wir gern besuchen. Dieses Mal schaffen wir es. Nicht auf eigenem Kiel, denn wieder ist die Wetterlage nicht stabil, und vor der Insel liegt man zu unruhig. Aber von Tropea aus fahren regelmäßig Ausflugsdampfer, wenn es die Seebedingungen zulassen. Erst wenige Stunden vor Abfahrt erfahren wir, dass die Fähre  für die Rückfahrt am kommenden Tag auch sicher gehen wird, und so kann Jörn das Hotel auf der Insel Stromboli buchen. Die 1,5 Std-Fahrt hinüber ist gegen die Wellen eine heftige Tour, aber Paula hat sich unter der Bank eingekringelt und lässt sich nicht beeindrucken.

Stromboli ist der einzige daueraktive Vulkan Europas. Er ist eigentlich 3000m hoch, davon ragen aber nur 900m aus dem Wasser. Auf der kleinen Insel leben ca. 500 Einwohner.
Ein Pullmino bringt uns in rasanter Fahrt durch die engen Wege zu einem luftigen Hotel mit üppigem Garten direkt am Berghang. Riesige Kakteen, blühende Hibiskusbäume, Bambus, und von überall: Der Blick auf den Vulkan.

Zu Fuß laufen wir bei Sonnenuntergang auf wilden Wegen bergan zu einem Ristorante, dem „Osservatorio“, von dem aus man spektakulär die Eruptionen aus dem Krater bewundern kann.

Aus Sicherheitsgründen gibt es von hier aus nur noch geführte Wanderungen zum 400m höher gelegenen Kraterrand. In der einsetzenden Dunkelheit können wir die Gruppen beobachten, wie sie mit Stirnlampen versehen im Gänsemarsch am Berg laufen, um in den Krater zu schauen und auf die zur anderen Seite hinab fließende Lava.  5-6 Stunden dauert diese Tour, wir schauen es uns lieber von unten an.
Im vollbesetzten Ristorante gibt es großes Ah und Oh, wenn wieder ein Feuerblitz aus dem Berg schießt. Alle ca 20 Minuten gibt es so eine Eruption, wir können einige beobachten. Auch eine große, bei der die Lava wie bei einem Riesenfeuerwerk weit in den Himmel schießt.
Dazu genießen wir absolut großartiges Essen, was wir an diesem Ort nun wirklich nicht vermutet hatten.
Nachts lassen wir uns im Stockfinsteren von einem schmalen, mit aufgekratzten Gästen vollgestopften  Auto über die steilen holprigen Wege zurück in den Ort bringen. Ein Erlebnis!

Am nächsten Tag erfahren wir im Centro Vulcanilogico, dass der letzte größere Ausbruch  2007 stattfand. Die Fotos von der Aschewolke, die sie hier zeigen,  sind wahrlich beeindruckend:

Wie gut, dass der Vulkan während unseres Besuchs nur ab und zu ein Grollen hören lässt.  Einen Ausbruch möchte ich wirklich nicht aus der Nähe erleben.

Zur Feier des gelungenen Ausflugs steigen wir am letzten Abend in Tropea die 250 Stufen hinauf in den Ort, um gepflegt essen zu gehen. Auf einer Piazza spielt eine Life-Blues-Band so gekonnt, dass wir uns für einen Aperitivo in der Bar gegenüber niederlassen . Aber Tropea liegt noch in Calabria, das wird uns klar, als zu den Cocktails ungefragt jede Menge kleiner Speisen gereicht werden. Darunter leckere Zucchinibällchen und frisch gegrillte Garnelen.  Und wie in Cariati so oft geschehen sind wir nach dem „Aperitivo“ satt und zufrieden. Ein letztes „Abendessen alla calabrese“…

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