Frühjahrstörn 2018: Von Cala di Medici nach Loano

Über Cala di Medici, wo wir bei heftigem Wind gut geschützt liegen, erreichen wir den neuen und sehr gepflegten Yachthafen von Marina di Pisa. Er liegt direkt an der Mündung des Arno, und von der Promenade hat man einen Superblick auf die Stellnetzfischer.

Ganz in der Nähe gibt es viele Geschäfte und auch eine gute Busverbindung nach Pisa. Der Torre Pendente ist natürlich ein Must see. Aber, vorsichtig ausgedrückt, wir sind auf der Anlage nicht allein…

Unser nächstes Ziel ist Portovenere am Golf von La Spezia.

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Ich hatte noch unseren Besuch von 2010 vor Augen, damals waren wir das einzige Schiff im ganzen Hafen. Aber es war wohl etwas naiv zu glauben, dass dies an einem Wochenende in 2018 auch so sein würde. Zu Wasser, zu Lande und mit Helis in der Luft tobt der Bär. Der Ort gehört wie die nahen Cinqueterre zum Weltkulturerbe und wird von den Touris der Kreuzfahrtschiffe förmlich überrannt. Da hilft nur Kopf einziehen.

Aber am nächsten Morgen in der Frühe haben wir das Centro Storico, die Burg und die Kirche für uns, und das ist sehr schön.

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Eine Bucht weiter besuchten wir wieder das pittoreske  Le Grazie. Nachdem Jörn dem Hafenmeister eindrücklich klargemacht hatte, dass wir nicht weichen würden (eigentlich hatte er ja nun gar keinen Platz für uns!!), dirigierte er uns zwischen die wunderschönen Traditionssegler auf den besten und ruhigsten Platz der ganzen Bucht. Mit Blick auf Bar und Ortsgeschehen, einfach großartig.
Am folgenden Vormittag bekommen wir für 3€ eine exklusive Führung durch eine sehr interessante Ausgrabungsstätte einer Villa Romana oberhalb des Ortes auf dem Hügel. Sie gehörte einem Kaufmann, der in großem Stil Olivenöl produzierte und verkaufte. Er hatte auch eine riesige Zisterne und verkaufte Wasser an die Schiffe im Hafen. Hochinteressant.

 

Als wir beim nächsten Hafen, Chiavari,  den Platz prenotieren wollen, rät uns der Hafenmeister wortreich ab. Bei dem vorherrschenden „tempo brutto“ sollten wir nun wirklich nicht fahren! Er hat nicht ganz unrecht, denn kaum auf freiem Wasser bekommen wir eine blöde Seitenwelle zu spüren. Und so fahren wir, wie schon 2010 und 2014, an den berühmten Cinqueterre bei unruhigem Wasser und diesigem Wetter vorbei. Man kann nicht alles haben.

Der Ort Chiavari im Golf von Genua gefällt uns wieder sehr gut. Er hat eine Arkadengesäumte Fußgängerzone mit zauberhaften kleinen Geschäften. Hier macht das Einkaufen von Salami, Käse und Pasta Spaß.

Für den nächsten Tag ist mare poco mosso vorhergesagt, und das müssen wir nutzen. So kommen wir sehr gut die 40sm über den Golf von Genua in die Darsena Vecchia von Savona. Jörn hatte vor vier Jahren sehr lange mit einem ormeggiatore (Festmacher) geschnackt. Andrea hatte ihm damals geraten, ihn vor dem nächsten Besuch unbedingt zu kontaktieren. Nun sorgt er für einen guten Liegeplatz und nimmt uns sogar persönlich in Empfang.
Wir erkunden mit Paula die große Burganlage von Priamar und den Ort, sind aber etwas erschüttert ob der Fülle. Zeitweise liegen drei große Kreuzfahrtschiffe im Hafen, und die Stadt ist voll.

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20sm weiter landen wir in der großen und edlen Marina von Loano. Es ist kaum zu glauben: In der Hafeneinfahrt kommt uns unser alter Bekannter Eusebio entgegen. Er fällt fast vom Ruder vor Überraschung. Vor Jahren hatte er die „associazione hakuna matata“ gegründet, ein Segelprojekt für autistische Kinder. Er erzählt uns von seiner derzeitigen Aufgabe: An diesem Wochenende fahren sie auf drei Schiffen mit schwerstkranken Kindern aus dem Piemont auf das Meer, damit die Kinder einmal in ihrem Leben auf einem Schiff sein können.

 

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